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Race across the Alps 2010 Drucken
Geschrieben von: TriDornbirn   
Donnerstag, 15. Juli 2010 um 07:21

RATA – Race across the Alps – oder Höllenritt über die Berge

Der 43-jährige Marcel Senn aus Kriessern war bei der 10. Auflage des RATA, dem härtesten Eintagesrennen der Welt, erstmals am Start.

Die extrem herausfordernde Strecke führt über 13 Alpenpässe nonstop durch Italien, die Schweiz und Österreich. Der Hauptgrund für die Begeisterung und den Mythos des Race across the alps sind wohl die klingenden Namen der aneinander gereihten Bergriesen, die schon beim Giro und der Tour de Suisse Radsportgeschichte geschrieben haben.

Reschenpass, Stilfserjoch, Gaviapass, Mortirolo und die Skistation Aprica stehen für Leiden, Dramen und Erfolgstories beim Giro d´Italia. Der Bernina-, Albula-, Flüela-, Ofen- und Umbrailpass dagegen für Schweizer Radsportgeschichte – und das alles 525 Kilometer in Summe und 13600 Höhenmeter aufgeteilt auf die drei Alpenländer Österreich, Italien und die Schweiz, stehen für das RATA, an dem sich heuer 42 Herren und eine Dame versucht haben. Zugelassen werden ausschliesslich erfahrene Langstreckenspezialisten, die nachweisen müssen, dass sie diesen Strapazen gewachsen sind.

Abenteuer und Hochleistungssport gemischt mit den Gewalten der Natur, sprich den Wetterkapriolen, machen das Rennen zu einer ultimativen Herausforderung.

Der aktuelle Organisator Gernot Weinig und sein Team versuchen auch in Zukunft für die Teilnehmer und den Start- und Zielort Nauders am Reschenpass diesen einmaligen Event zu erhalten.

Für mich war es ein super Erlebnis und es freut mich, dass sich mein Traum bei diesem Rennen zu starten erfüllt hat. Stolz bin ich, diese bis jetzt grösste sportliche Herausforderung meiner Karriere im erforderlichen Zeitlimit bewältigt zu haben“, unumwunden gab Marcel Senn aber auch zu, dass ihn dieses Rennen an seine Leistungsgrenze und manchmal darüber hinaus getrieben haben.

Gestartet wurde am Freitagmittag um zwölf Uhr in Nauders. Wo die Rennfahrer am Stilfserjoch und am Gaviapass noch mit der sommerlichen Hitze zu kämpfen hatten, erschwerte ein Gewitter mit heftigen Niederschlägen die Passage von Apricapass und den extrem steilen Aufstieg auf den Mortirolo. Der 36 Kilometer lange Anstieg zum Berninapass erfolgte in der nächtlichen Einsamkeit und im Scheinwerferlicht des Begleitautos. Die nächtlichen Abfahrten erforderten nicht nur äusserste Konzentration sondern auch warme Kleider bei frostigen Temperaturen um die Nullgradgrenze. Auf dem Albulapass wurde es langsam wieder hell und bereits im Aufstieg nach Davos wärmten wieder die ersten Sonnenstrahlen des neuen Tages.

Nach Flüela- und Ofenpass war Marcel bereits 24 Stunden nahezu nonstop auf dem Velo unterwegs. Lediglich kurze Verpflegungspausen und Kleiderwechsel erlaubten eine Verschnaufpause von jeweils 5 – 10 Minuten.

Der Aufstieg zum Umbrailpass und von dort zum zweiten Mal auf das Stilfserjoch bezeichnete Marcel dann als den härtesten Teil des Rennens. Gezeichnet von den Strapazen und am Ende seiner Kräfte bewältigte er in Begleitung seiner Betreuercrew auch noch den letzten Aufstieg auf den Reschenpass. Nach 31 Stunden war der extreme Härtetest erfolgreich bestanden und die Zielankunft wurde bei der After Race Party im Almhof in Nauders gebührend gefeiert.

Sieger wurde bereits zum dritten Mal der ehemalige italienische Radprofi Maurizio Vandelli vor dem Österreicher Paul Lindner und dem Deutschen Pierre Bischoff. Die bekannte Ausdauerathletin Trix Zgraggen aus der Schweiz siegte als einzige Fahrerin und erreichte als bisher erst zweite Frau das Ziel des RATA in Nauders. Das Rennen forderte seine Opfer, und so durften sich schliesslich alle 27 Athleten, die die Strecke absolviert hatten, als Sieger fühlen, die dafür benötigte Zeit mutierte da zum Detail am Rande.

(Weitere Infos und die gesamte Rangliste auf www.raceacrossthealps.at)

Herzlichen Dank an das Betreuerteam, Anhorn Anni, Mauron Bruno, Senn Roman und Senn Michaela welche nonstop Tag und Nacht an der Seite des Athleten unterwegs waren.

Marcel

Marcel + Crew